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Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern

Welche Hilfen bietet der LVR Kindern psychisch kranker Eltern an?

Kinder psychisch erkrankter Eltern leben in besonderen Belastungssituationen. Das Risiko, selbst psychisch zu erkranken, ist für diese Kinder signifikant höher als für Kinder gesunder Eltern.
Rechtzeitige Hilfen für die Kinder und Jugendlichen können dazu beitragen, eigene psychische Erkrankungen zu vermeiden. Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern fördern und unterstützen die betroffenen Kinder und Jugendlichen in ihrer gesunden Entwicklung. Sie entlasten die betroffenen Kinder in ihrer zum Teil schwierigen familiären Lebenssituation.

Wie erhalten die betroffenen Eltern Hilfen?

Psychisch erkrankte Eltern haben ebenfalls den Wunsch nach Hilfe und Unterstützung. Ein niederschwelliger Zugang zu Hilfsangeboten, erleichtert es ihnen, die Hilfe auch anzunehmen. Oft nehmen psychisch Kranke die Hilfsangebote nicht in Anspruch. Gründe dafür sind insbesondere:

  • dass Erkrankte nicht in der Lage sind, Hilfen zu suchen
  • dass die Erkrankten die Hilfsangebote nicht kennen
  • dass viele der betroffenen Eltern Angst haben, ihre Kinder zu verlieren

Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe stehen aber häufig erst dann zur Verfügung, wenn Hilfen (z.B. zur Erziehung) beantragt werden. Hilfen im Vorfeld werden in der Regel nicht oder nicht ausreichend finanziert. Weiterhin fehlt eine eindeutige gesetzliche Regelung, die die Finanzierung von Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern sicherstellt. Oft haben Projekte und Initiativen im Rheinland, die spezielle Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern anbieten, nach Auslaufen einer Anschubfinanzierung Schwierigkeiten eine Anschlussfinanzierung und damit die Weiterarbeit sicherzustellen. Darum hat der LVR zwischen 2010 und 2013 das Förderprogramm "Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern in neun Modellregionen im Rheinland KipERheinland" in Leben gerufen. Ziel dieses Förderprogramms war die Weiterentwicklung solcher Hilfsangebote.

Die Bemühungen in den Modellregionen unter Beteiligung verschiedener Akteure des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe leisteten einen wesentlichen Beitrag für die Versorgung der betroffenen Eltern und deren Kinder vor Ort. Ergebnisse durchgeführter Erhebungen an den Modellstandorten zum Bedarf an Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern, stützen zum einen die in der Wissenschaft belegten Zahlen und zum anderen weisen sie auf die absolute Notwendigkeit von niedrigschwelligen, abgestimmten und koordinierten Hilfsangeboten der verschiedenen Leistungsanbieter im Lebensumfeld der Betroffenen hin.

Der LVR wird, bestärkt durch die Erfahrungen aus dem Projekt, auch künftig Verantwortung in diesem Themenfeld übernehmen, gemeinsam getragen von den LVR-Dezernaten Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen sowie Jugend.

Die LVR-Kliniken beraten und informieren ihre Patientinnen und Patienten in ihrer Elternfunktion und unterstützen bei Bedarf auch die betroffenen Kinder.

Psychich erkrankte Eltern, und an einigen Standorten auch deren Kinder, finden zudem Hilfe und Beratung in den Sozialpsychiatrischen Zentren und somit in der Regel auch kompetente Ansprechpartner in den genannten Einrichtungen.

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