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KreativtherapieTage 2005 - Dokumentation

KreativtherapieTage 2005: "Entwicklungsfeld Familie" (17. - 19. November 2005)

Plakat der Kreativtherapie Tage 2005

Aufbauend an die nun schon langjährige Tradition von Fachveranstaltungen zu den Kreativtherapien führte der Landschaftsverband Rheinland 2005 erneut KreativtherapieTage durch.

Die Tagung knüpfte an die KreativtherapieWoche an, die 2003 mit einer besonders großen Resonanz an den Standorten Bedburg-Hau, Düren und Düsseldorf durchgeführt wurde und bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben vertiefenden Fachvorträgen die Möglichkeit Drama-, Kunst-, Musik- und Tanztherapie zu erleben.

Im Jahr 2005 wurde während der dreitägigen Veranstaltung ein besonderes Gewicht auf kreativtherapeutische Beiträge und Behandlungsansätze gelegt, die sich dem „Entwicklungsfeld Familie" widmeten. Ziel der Veranstaltung war es, Teilnehmerinnen und Teilnehmern Konzepte und Vorgehensweisen der Drama-, Kunst-, Musik- und Tanztherapie vorzustellen, die sich im Besonderen mit familiären Interaktionsmustern und –strukturen beschäftigen.

Drei Hauptvorträge eröffneten die Veranstaltung und vermittelten eine vertiefende Auseinandersetzung mit kreativtherapeutischen Behandlungsverfahren und Forschungserkenntnissen zum Entwicklungsfeld Familie.

In die Forumtheateraufführung wird das gesamte Auditorium einbezogen, um eine szenische Gestaltung zu entwickeln, an der sich alle Gäste beteiligen konnten.

Es folgten acht Workshops als Einladung zur lebendigen Praxiserfahrung. Alle Workshops wurden zweimal durchgeführt, um so die Austauschdichte zu erhöhen und möglichst vielen Interessierten eine Teilnahme zu ermöglichen.

Abendliche Begegnungsmöglichkeiten und Events sowie Präsentationen und Diskussionen rundeten die Veranstaltung ab.

Veranstalter der KreativtherapieTage 2005 - Entwicklungsfeld Familie waren neben dem Landschaftsverband Rheinland Fachverbände der Kunst-, Musik-, Tanz- und Theatertherapie und dem Hilfsverein e.V. der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinischen Kliniken Viersen. Die Veranstaltung wurde in den Räumlichkeiten der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Rheinischen Kliniken Viersen durchgeführt.

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Workshop 1 (Musiktherapie) - Jutta Musholt, Uta Krings: "Einzelmusiktherapie <-> Familientherapie Wie bauen wir Brücken?"

Im Rahmen der musiktherapeutischen Einzelarbeit mit Kindern und Jugendlichen gilt es insbesondere das familiäre Umfeld zu beachten und mit einzubeziehen.

Im einem familiären Beziehungsgefüge finden immer wieder Veränderungen statt, die die Beziehungsdynamik neu beeinflussen und unter Umständen Krisen auslösen können.

Nach Vorstellung und Diskussion von Fallbeispielen bot das praktische Spiel Gelegenheit, unterschiedliche Veränderungen in Beziehungsstrukturen auszuprobieren und zu erfahren.

Wie verändert sich das Spiel eines Jeden, wenn z.B. ein Dritter zu einer gewachsenen Paarbeziehung dazukommt oder wenn ein Einzelner (~ Jugendlicher) aus einem größeren Beziehungsgefüge (~Familie) versucht eigene Wege zu gehen? Welches Spielverhalten erleichtert oder erschwert die Veränderung?

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Workshop 2 (Musiktherapie) - Andreas Wölfl: "Jugendliche in suizidalen Krisen - musiktherapeutische Wege der Ressourcenaktivierung und Krisenbewältigung"

In Krisen kann Musik den erlebten Schmerz vertiefen und zuspitzen. Sie kann aber auch trösten, Schmerzen lindern, wo Worte versagen und tief empfundene Einsamkeit überbrücken. In diesem Workshop wurden die heilsamen und unterstützenden Qualitäten aktiver und rezeptiver Musiktherapie in Krisensituationen aufgezeigt , ohne den Blick für verstärkende und gefährdende Potentiale des Mediums Musik zu verlieren.

Neben den musiktherapeutischen Möglichkeiten wurden zentrale diagnostische und therapeutische Aspekte in der Arbeit mit Jugendlichen in suizidalen Krisen dargestellt.

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Workshop 3 (Dramatherapie) - Emilia de Gruyter: "Familien in der Dramatherapie - Diagnose und Behandlung"

In diesem Workshop wird ein Fallbeispiel aus einer Familienarbeit vorgestellt. Eine Diagnose wird gestellt, auf deren Grundlage konkrete für jeden einsichtige und erreichbare Ziele formuliert werden. Diese werden dann anhand von Subsystemen erarbeitet.

Die symbolische Bedeutung und die Arbeit mit der Phantasie sind in dieser dramatherapeutischen Vorgehensweise sehr wichtig. Es werden die verschiedenen therapeutischen Schritte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rollenspiel dargestellt und nachvollzogen. Alle sind eingeladen, im Rollenspiel diese Arbeit am eigenen Leib und Spiel nachzuvollziehen.

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Workshop 4 (Dramatherapie) - Aylien Yanik, Anika Becker: "Familie x Emotionen : Erwartungen = Konflikte?"

In der dramatherapeutischen Arbeit mit alkoholabhängigen Patienten arbeiten wir durch prozessorientiertes Anbieten verschiedener Dramatechniken an bestehenden oder verdrängten inneren emotionalen Konflikten. Dieser Therapeiansatz wird vorgestellt und erlebbar gemacht.

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Workshop 5 (Dialog Kunst-/Tanztherapie) - Juli Kil, Veronika Nawakowski: "Tiger, Spatz, Ameise … und weiß der Geier was noch!!!"

Es geht um die Ressourcen! Es werden die persönlichen Ressourcen und die der Herkunftsfamilie als Tiersymbol dargestellt und dann mittels des Tanzes untersucht.

Durch die Bewegung und Dynamik in der Gruppe werden vielschichtige Erfahrungen mit den Eigenschaften der Tiersymbole gesammelt, die zu einer persönlichen Entscheidung verhelfen können, Ressourcen vertiefend zu betrachten und weiter zu pflegen. Die neuentdeckten Fähigkeiten werden zum Abschluss erneut ins Bildnerische transportiert.

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Workshop 6 (Kunsttherapie) - Rosa Wolf-Poschkamp: "Familie und Gruppe - eine gestaltungstherapeutische 'An-Sicht'"

Die individuelle Art unserer Beziehungsgestaltung hat ihre Wurzeln in der ersten Gruppe, die wir kennen gelernt haben – in unserer Ursprungsfamilie. Einige Muster verändern wir im Laufe unseres Lebens durch korrigierende Neuerfahrungen in anderen Gruppen - andere Muster der Beziehungsaufnahme und -gestaltung bleiben uns erhalten und überdauern mit kleinen Modifikationen die Schulzeit, verschiedene Kollegenteams und eigene Familiengründungen. Wir sprechen von so genannten „Wiederholungen" .

Hier bietet die Gestaltungstherapie viele Möglichkeiten anhand von Familiendarstellungen und Gruppenarbeiten diese Beziehungsmuster sichtbar werden zu lassen, sodass sie erkannt, verstanden und schließlich verändert werden können.

In diesem Workshop wurde zunächst die Gestaltungs-/klinische Kunsttherapie als eine Therapie mit bildnerischen Mitteln auf tiefenpsychologischer Grundlage erläutert, das Thema anhand von Fallvignetten vertieft und durch eine gestaltungstherapeutische Übung erlebbar gemacht.

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Workshop 7 (Tanztherapie) - Angelika Feld: "Emotion und Kommunikation in Familiensystemen"

Was Menschen in ihren Herkunftsfamilien in Bezug auf Emotionen erfahren und lernen, beeinflusst auch in ihrem weiteren Lebensverlauf, inwieweit und auf welche Weise sie Gefühle wahrnehmen, tabuisieren oder leben. Verdeutlicht werden soll dies mittels tanztherapeutischer Übungen und Interventionstechniken, aber auch anhand von Fallbeispielen.

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Workshop 8 (Tanztherapie) - Martina Ostermann: "Mein Körper - Wohnsitz meiner Familie"

In diesem Workshop wurden den eigenen Körperteilen Familienmitglieder zugeordnet. Auf verschiedenen kreativen Ausdrucksebenen wurde die Dynamik zwischen den Mitgliedern und dem eigenen Körper sichtbar gemacht und in Bewegung und Tanz umgesetzt.

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