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Geschichte der Kreativtherapien in den LVR-Kliniken

Seit über 15 Jahren gibt es Aktivitäten im Landschaftsverband Rheinland, die sich der Förderung und Entwicklung der Kreativtherapien widmen. Kreativtherapeuten führen in vielen Einrichtungen zur Behandlung und Förderung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen eher ein Schattendasein und gelten als "Exoten" im therapeutischen Team. Drama-, Kunst-, Musik- und Tanztherapie zählen zu den Therapiemethoden, von denen zwar schon viele gehört haben, von deren konkreter zielgerichteter therapeutischen Arbeit aber oft nur schemenhafte Vorstellungen bestehen. Auch in den LVR-Kliniken führten die kreativtherapeutische Angebote lange ein Schattendasein. Ziel der nun schon langjährigen Entwicklungsarbeit war es von daher, die Drama-, Kunst-, Musik- und Tanztherapie bekannter zu machen sowie die Theorie und Praxis dieser Methoden zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Anhand zahlreicher Veranstaltungen und Veröffentlichungen lässt sich der Weg der Kreativtherapien im Landschaftsverband Rheinland dokumentieren.

• 1995 begann eine erste Trilogie von Veranstaltungen mit zwei großen Ausstellungen in Düren. Eine dieser Ausstellungen entstand in der Fachhochschule für Kunsttherapie in Nürtingen und widmete sich der Geschichte der Kunsttherapie, die andere dokumentierte in umfassender Weise "Kunst und Therapie im Rheinland".

• 1997 folgte das Symposium "Hast du Töne? Musik und Therapie im Rheinland" durchgeführt in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau.

• 1999 wurde das Symposium "Vorhang auf! Tanz- und Dramatherapie im Rheinland" in den Rheinischen Kliniken Düsseldorf veranstaltet.

• In den Jahren 1999 bis 2003 wurden durch die Wanderausstellung "Momente der Begegnung" künstlerischen Arbeiten von Menschen mit geistigen Behinderungen an zahlreichen Standorten im Rheinland und an einem polnischen Standort der Öffentlichkeit präsentiert.

• Die Veranstaltungstrilogie zu den Handlungsweisen der einzelnen kreativtherapeutischen Methoden von 1995 bis 1999 wurde 2001 in Köln durch die Veranstaltung "Kreativtherapien - wissenschaftliche Akzente und Tendenzen" abgerundet. Diese Tagung widmete sich der Aufgabe, den fachlichen Austausch zu fördern und erste Ansätze der wissenschaftlichen Forschung der kreativen Methoden zu diskutieren. Zeitgleich zur Tagung erschien in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Barbara Lipinska der Videofilm "Mit allen Sinnen - Kreativtherapien im Rheinland".

• 2003 startete erneut eine Trilogie von Veranstaltungen: Innerhalb einer Woche wurde an drei Standorten in den Rheinischen Klinken - Düsseldorf, Bedburg-Hau und Düren - die "KreativtherapieWoche - Praxis erlebbar" durchgeführt. Bei dieser Veranstaltung ging es nicht um eine theoretische Fundierung und wissenschaftliche Erforschung, sondern um das Erlebnis der Kreativtherapien. In Workshops, Events und Präsentationen und auch mit Hilfe von Ausstellungen wurde die konkrete Arbeit der verschiedenen Methoden nachvollziehbar und im wörtlichen Sinne auch begreifbar gemacht. Als ein besonderes Experiment wurden Dialogveranstaltungen durchgeführt, d.h. Workshops bei denen verschiedene kreativtherapeutische Ansätze gleichzeitig im Dialog zum Tragen kamen.

• 2005 wurden die "KreativtherapieTage - Entwicklungsfeld Familie" in den Rheinischen Kliniken Viersen durchgeführt. Auch diese Tagung ist in Ausschnitten hier dokumentiert.

• Im Jahr 2007 fanden erneut KreativtherapieTage, diesmal in Köln, statt. Der Titel dieser Veranstaltung lautete "Kreative Herausforderungen – Prozesse erklärbar machen".

• Nachdem in den kommenden Jahren in der Verwaltung des Landschaftsverband Rheinland einige Umstrukturierungen stattgefunden haben, kehrte der Arbeitskreis Kreativtherapie unten neuem Namen - LVR-Fachforum Kreativtherapie - und mit veränderter Mannschaft 2013 mit den KreativtherapieTagen zu dem Thema "Die Bindungstheorie und ihre Bedeutung für die Kreativtherapien" zurück.

• Im Jahr 2015 fanden die jüngsten KreativtherapieTage statt. Das Thema baute auf die vorherige Tagung auf, stellte aber noch mehr die Möglichkeiten des künstlerischen Mediums als Alleinstellungsmerkmal der Kreativtherapien in den Fokus. Der Titel der Tagung lautete: "Das Dritte im Bunde – Das Potenzial des künstlerischen Mediums in der Kreativtherapie".

Die vier Gewerke der Kreativtherapien - Drama-, Kunst-, Musik- und Tanztherapie - sind mittlerweile in den LVR-Kliniken zu unverzichtbaren Bestandteilen des Angebots zur Behandlung und Förderung von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen geworden.

Das Engagement der kreativtherapeutischen Mitarbeiter im Landschaftsverband ist weiterhin ungebrochen, so dass damit gerechnet werden kann, dass es auch in Zukunft Aktivitäten und Impulse zur Weiterentwicklung der Kreativtherapien im Landschaftsverband Rheinland geben wird.