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Angebote des LVR- Klinikverbundes für Menschen mit Demenzerkrankungen

Demenz oder Alzheimer – dieser Begriff wird am häufigsten mit dem Altern in Verbindung gebracht. Wichtig ist das frühe Erkennen der Krankheit um rechtzeitig vorhandene Angebote zu nutzen. Der LVR-Klinikverbund bietet Ihnen als Betroffene und Angehörige in seinen neun psychiatrischen Fachkliniken Beratungs-, Unterstützungs- und Behandlungsangebote an.

Diagnose von Demenzerkrankungen

Eine Demenzerkrankung beginnt meist unerkannt. Dennoch sollte niemand in Panik geraten, wenn er oder sie die Brille verlegt hat und gelegentlich einen Geburtstag vergisst. Nicht jede Fehlleistung im Alltag ist ein Anzeichen für Demenz. Oft sind sie ein Anzeichen von Erschöpfung, Müdigkeit oder von besonderer Ängstlichkeit.

Dennoch sollte man solche Anzeichen bei häufigem oder wiederholtem Auftreten ernst nehmen und ärztlich untersuchen lassen. Je früher eine Demenzerkrankung diagnostiziert wird, desto früher kann auch die Behandlung beginnen, und desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem können auch schon rechtzeitig vorhandene Angebote für Betroffene und Angehörige genutzt werden.

Bei Demenzkranken nimmt nicht nur das Erinnerungsvermögen ab, sondern auch die Fähigkeit, klar zu denken und Zusammenhänge zu erfassen. Dadurch ändert sich das Verhalten der Betroffenen, und der Umgang mit Demenzkranken wird für die Angehörigen zu einer schwierigen Aufgabe. Neben den typischen Gedächtnisstörungen kann eine Vielzahl anderer Symptome in Erscheinung treten, die auf unterschiedliche Demenzformen hinweisen können.

Um eine Demenz verlässlich diagnostizieren zu können bedarf es verschiedener Experten und Fachleute. Die erste Ansprechperson ist in der Regel die Hausärztin oder der Hausarzt. Bei der häufigsten Demenzform, der Demenz vom Alzheimer-Typ, liegt die Ursache der Erkrankung in der Ablagerung des sog. Beta-Amyloids im Gehirn. Dieses Peptid kann Nervenzellen schädigen und die Übertragung von Signalen der Nervenzellen untereinander stören. Noch ist nicht genau bekannt, warum bei einigen Menschen starke Ablagerungen des Beta-Amyloids im Gehirn geschehen und sich frühzeitig eine Demenz entwickelt und warum andere Menschen davon verschont bleiben. Auch kann man das schädigende Peptid noch nicht mit einem einfachen Bluttest nachweisen. Aber es gibt inzwischen verschiedene Untersuchungsmethoden, mit denen das Vorliegen der für die Alzheimer-Demenz typischen Hirnveränderungen recht gut erfasst werden kann. Die Standarduntersuchung in den LVR-Kliniken umfasst eine sorgfältige Befragung des Betroffenen und der Angehörigen, eine körperliche Untersuchung und Tests zur Erfassung des Gedächtnisses, Denkens, Verstehens und der Orientierung. Ergänzt werden diese Befunde durch bildgebende Untersuchungsverfahren (wie die Computertomografie und die Kernspintomografie), durch spezielle Laboruntersuchungen und ggf. die Untersuchung des Nervenwassers.

So helfen wir Ihnen in den LVR-Kliniken z.B. in den Gedächtnissprechstunden

  • indem wir Ihnen durch eine intensive Diagnostik Klarheit über eine mögliche Erkrankung vermitteln,
  • indem Sie und Ihre Angehörigen Informationen, Anregungen und Hilfen bzgl. möglicher Erkrankungen erhalten,
  • indem Ihr Hausarzt über das Ergebnis unserer Untersuchungen informiert wird und Therapieempfehlungen erhält.

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Beratung für Menschen mit Demenzerkrankungen und deren Angehörige

Die Erkrankung Demenz wirft viele Fragen auf. Die Beratungsstellen der LVR-Kliniken bieten Betroffenen und deren Angehörigen Information und Beratung über die Erkrankung Demenz, Anregungen für den Umgang mit der Erkrankung, Beratung zur Diagnostik und Therapie, sowie Unterstützung bei der Suche nach Entlastungs- und Betreuungsmöglichkeiten.

Die gerontopsychiatrischen Beratungsstellen der LVR-Kliniken bieten kostenfrei betroffenen Menschen, pflegenden Angehörigen und Interessierten um-fangreiche Beratungen an, z.B. über:

  • Psychische Erkrankungen im Alter
  • Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung der Demenzerkrankung
  • Unterstützungsmöglichkeiten für die Betroffenen, deren Angehörigen und Fachdienste
  • Selbsthilfegruppen
  • Tagespflegeeinrichtungen
  • Gesprächskreise für pflegende Angehörige
  • Schulungsreihen für Angehörige
  • Entlastungsdienste
  • Pflegedienste
  • Leistungen der Pflegeversicherung
  • gesetzliche Betreuung
  • Vorsorgevollmacht/Patientenverfügungen

Darüber hinaus bieten die LVR-Kliniken Gruppen für Betroffene und Angehörige an, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen austauschen zu können.

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Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt unabhängig von Medikamenten viele förderliche Bedingungen, die die Situation des Erkrankten und seiner Angehörigen erleichtern können – diese Bedingungen liegen einerseits im Bereich der Pflege und andererseits in der Gestaltung des häuslichen und sozialen Umfeldes. Dazu gehören körperliche und geistige Anregung, die auch durch bestimmte Behandlungsmethoden erreicht werden können. Entsprechende therapeutische Maßnahmen bieten die Möglichkeit einer positiven Beeinflussung der typischen Begleiterscheinungen der Demenzerkrankung, wie z.B. Angst, Unruhe und Aggressivität. Alltagsnahes Trainieren einfacher Fähigkeiten ist Erfolg versprechend und kann das Leben für alle Beteiligten erleichtern. Viele Demenzkranke bemerken ihre Defizite nicht oder schämen sich und versuchen die Beeinträchtigungen zu verharmlosen. Das kann zu Unverständnis auf Seiten der Angehörigen führen und die Interaktion mit dem Kranken sehr belasten. Pflegende Angehörige benötigen Rat und Anleitung beim Umgang mit demenziell veränderten Menschen.

Obwohl die Medizin nach neuen Behandlungsmethoden forscht, gibt es derzeit noch kein Medikament, das eine Demenzerkrankung „heilt“. Es gibt allerdings Medikamente, die den Krankheitsverlauf verzögern und das Befinden der Betroffenen verbessern können.

Sowohl das LVR-Klinikum Essen, Kliniken und Institut der Universität Duisburg-Essen als auch das LVR-Klinikum Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität betreiben als universitäre Einrichtungen spezielle Forschungen und führen entsprechende Studien im Bereich der Demenzerkrankungen durch. Daraus ergeben sich besondere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Demenzerkrankte.

Durch eine Kombination von medikamentöser und nichtmedikamentöser Behandlungsformen wie z.B. Musik-, Ergo- und Bewegungstherapie und spezielle kognitive Trainings können bestehende kognitive Fähigkeiten und Ressourcen aktiviert und der Verlauf einer Demenzerkrankung verzögert werden.

In den LVR-Kliniken werden unter anderem folgende Behandlungsmöglichkeiten angeboten:

  • Umfassende nervenärztliche Behandlung, einschließlich psychotherapeutischer und psychosozialer Maßnahmen
  • Psychotherapeutische Behandlung als Einzel- und Gruppenangebot
  • Pharmakotherapie
  • Psychoedukation
  • Bezugspflege
  • Tagesstrukturierende Maßnahmen und Alltagskompetenztraining
  • Milieutherapie
  • Ergotherapie, Kognitives Training
  • Kreativ-, Musik-, Bewegungs-, Tanz- und Sporttherapie
  • Entspannungsverfahren (u.a. Snoezelen)
  • Beratung und Hilfe für Angehörige
  • Vermittlung häuslicher und ambulanter Hilfen

Diagnostik, Beratung und Behandlung können in den LVR-Kliniken je nach persönlicher Situation und Ausprägung der Störung entweder ambulant, teilstationär oder stationär erbracht werden. Unter dem Dach der Gerontopsychiatrischen Zentren des LVR-Klinikverbundes finden Sie ambulante und teilstationäre Hilfen gebündelt. Besteht Unsicherheit darüber, welche Behandlungsform im Einzelnen angezeigt ist, wenden Sie sich an die Gerontopsychiatrischen Instituts-Ambulanzen oder an die Ge-rontospychiatrischen Zentren der LVR-Kliniken.

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DVD-Box Demenz

In den LVR-Kliniken wurde 2006 die Idee zum Projekt „Demenz“ geboren. Entstanden ist der Spielfilm „Eines Tages…“ und ein Filmratgeber für Angehörige. Gefördert wurde der Film vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den Pflegekassen NRW. Der Spielfilm „Eines Tages…“ stellt in Episoden die Alterserkrankung aus unterschiedlichen Blickwinkeln dar. Er geht von zentralen Fragestellungen aus: Wie erkennt man frühzeitig, dass jemand an Demenz erkrankt ist? Wie verändert die Krankheit das Verhalten der Menschen mit Demenz? Wie gehe ich als Angehöriger damit um?

Die DVD-Box „Demenz – Filmratgeber für Angehörige“ beinhaltet den Spielfilm „Eines Tages...“, zwei weitere DVDs mit 12 Themenfilmen (360 Min.) sowie eine CD-ROM mit Materialien.

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