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Schizophrene Störungen

Schizophrenie ist heilbar!

Schizophrenie kann eine gravierende psychische Erkrankung sein, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird. Sie hat ein vielgestaltiges Erscheinungsbild und gehört zu den so genannten „endogenen Psychosen“. Als Psychosen werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die u.a. mit Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, Störungen des Denkens, der Sprache und der Gefühlswelt verbunden sind. Der Begriff "endogen" meint, dass die Erkrankung aus einer Vielzahl von Faktoren "von innen" heraus entsteht, ohne erkennbare körperliche Ursachen und ohne begründbaren Zusammenhang mit Erlebnissen. Schizophrene Störungen sind im Allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie durch inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Schizophrenie wird fälschlicherweise oft mit Persönlichkeitsspaltung in Verbindung gebracht, so als ob ein an Schizophrenie Erkrankter mehrere Persönlichkeiten in sich tragen würde. Dem ist keinesfalls so. Schizophrenie hat auch nichts mit verminderter Intelligenz zu tun. Zwar mag sich ein akut Erkrankter für einen Außenstehenden scheinbar unsinnig verhalten, die schwer verstehbaren Handlungen entspringen jedoch keinem Verlust der Intelligenz, sondern sind das Produkt von Fehlwahrnehmungen und Fehlinterpretationen der Umwelt.

Sie gilt als die psychiatrische Erkrankung schlechthin. Von hundert Menschen wird einer im Laufe seines Lebens eine schizophrene Störung entwickeln. Das ist nicht selten. Eigentlich müsste jeder schon einmal irgendwo jemand getroffen haben, der daran leidet. Schizophrenie hat viele Erscheinungsformen – leicht oder schwer, plötzlich oder schleichend, dramatisch oder für Außenstehende kaum wahrnehmbar. Sie kann völlig geheilt werden oder zu einer dauerhaften Behinderung führen. Gemeinsam ist allen Kranken das Auftreten charakteristischer Störungen: Gedanken werden eingegeben oder entzogen, man hört Stimmen, die über einen sprechen, das eigene Denken und Handeln oft kommentieren oder einen womöglich beschimpfen. Manche fühlen sich wie im Rausch oder unter Hypnose. Vielleicht glaubt man sich auch durch Telepathie oder Funk ferngesteuert. Viele Schizophreniekranke erleben schwerste Ängste und Panik; einige haben sich angewöhnt, dabei äußerlich völlig ruhig und scheinbar unbeteiligt zu wirken. Manche erklären sich die unangenehmen, oft schrecklichen Erlebnisse mit merkwürdigen, verrückt erscheinenden Geschichten. Oder sie ziehen sich immer mehr in sich zurück und kapseln sich ab. Manche sind auch so sehr abgelenkt, dass sie keine rechte Kontrolle mehr über ihr Verhalten haben und damit auffallen.

Die Ursachen der Schizophrenie sind bis heute nicht geklärt. Offenbar müssen verschiedene Faktoren - Veranlagung, psychische und soziale Faktoren - zusammentreffen, um die Krankheit hervorzurufen. Aber immer noch gilt der Satz des Schweizer Psychiaters Manfred Bleuler von 1987: „Nach unserem heutigen Wissen bedeutet Schizophrenie in den meisten Fällen die besondere Entwicklung, den besonderen Lebensweg eines Menschen unter besonders schwerwiegenden inneren und äußeren disharmonischen Bedingungen, welche Entwicklung einen Schwellenwert überschritten hat, nach welchem die Konfrontation der persönlichen inneren Welt mit der Realität zu schwierig und zu schmerzhaft geworden ist und aufgegeben worden ist".

So schwerwiegend die Krankheit auch sein mag, es gibt inzwischen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, die der großen Mehrheit der Betroffenen ein weitgehend unbelastetes Leben ermöglichen. Dazu gehören Entlastung und Schutz, Förderung der Selbsthilfe und Schulung im Umgang mit der Krankheit, medikamentöse Behandlung, Psychotherapie, Soziotherapie und berufliche Eingliederungsmaßnahmen.

Die LVR-Kliniken beteiligen sich an Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung in der Schizophreniebehandlung (Benchmarking). Außerdem gehören die Universitätskliniken in Düsseldorf und Essen dem nationalen Kompetenznetz Schizophrenie an. Hier wird geforscht, damit den Betroffenen und ihren Angehörigen noch besser geholfen werden kann.

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